Armutsfalle Teilzeit – Für Frauen auch eine gefährliche Situation

DSC_0767 (3)Fast jede zweite erwerbstätige Frau in Österreich arbeitet in einem Teilzeit-Arbeitsverhältnis. Laut Statistik Austria ist die Frauen-Teilzeitquote von 26 Prozent im Jahr 1994 auf 48,2 Prozent im 1. Quartal 2016 angestiegen. Zum Vergleich: Bei Männern stieg die Quote nur von 3 auf 11,6 Prozent.

Innerhalb der letzten 10 Jahren ist die Frauen-Erwerbsquote allgemein von 60 auf 67 Prozent gestiegen. Auch in einer glücklichen Partnerschaft wird es immer schwieriger, ohne Doppelbezüge die höheren Lebenshaltungskosten, die steigenden Mieten und die Kinderbetreuung finanziell zu bestreiten. Die rot-schwarze Bundesregierung hilft da nur wenig: Seit Jahren verweigert diese die automatische Valorisierung der Familienbeihilfe und des Kinderbetreuungsgeldes.

Kinder sind auch die Ursache, dass Frauen vorwiegend Teilzeit arbeiten. Die Teilzeitquote bei Frauen mit Kindern unter 15 Jahren beträgt sogar 67,3 Prozent (2014). Gründe dafür sind vor allem mangelnde Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze bzw. geringe Öffnungszeiten dieser Einrichtungen.

Teilzeit kann durchaus positiv sein. Man kann sich mehr um die Kinder kümmern, sich privaten Hobbies widmen oder auch Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen. Sie birgt allerdings auch Nachteile: Teilzeitverhältnisse sind häufig mit geringeren Einkommen verbunden. Die Hauptursache, warum Frauen 2014 um 38,9 Prozent weniger als Männer verdienten. Gleichzeitig wird auch weniger in die Pensionsversicherung eingezahlt, was bedeutet, dass Frauen potentiell stärker von Altersarmut betroffen sind als Männer.

Dies belegen leider auch die aktuellsten Zahlen: Laut EU-SILC 2014 waren 22 Prozent der alleinlebenden Pensionistinnen, aber nur 12 Prozent der alleinlebenden Pensionisten armutsgefährdet. Das höchste Armutsrisiko haben mit 34 Prozent allerdings Alleinerzieherinnen. Ein untragbarer Zustand, der auch durch die neueste Familienrechts-Reform nicht beseitigt wird.

Lesen Sie dazu auch einen ORF Bericht und auf der Statistik Austria Seite

 

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