Antragslose Familienbeihilfe – kein großer Wurf

Edith

Ich meine: „Frau Karmasin ist vielleicht gut im selbstbelobhudeln, aber die antraglose Familienbeihilfe ist bei weitem kein großer Wurf für die f-amiilien!“

Nach der Einführung der monatlichen Auszahlung der Familienbeihilfe kommt jetzt die antragslose Gewährung der Familienbeihilfe.

Bei dieser Änderung des Familienlastenausgleichsgesetztes geht es um eine grundsätzlich positive Angelegenheit, die eine Vereinfachung hinsichtlich des Bezuges der Familienbeihilfe darstellt. Man erspart sich für Geburten in Österreich ab dem 1. Mai 2015 das Ausfüllen des Antragsformulars. Die zuständigen Finanzämter besorgen sich die dafür erforderlichen Daten am elektronischen Wege über den automationsunterstützten Datenverkehr mit anderen Behörden. Somit ersparen sich die Familien künftig je geborenes Kind 30 Minuten!:-))

Für uns entscheidet war die Tatsache, dass auch weiterhin der rechtmäßige Aufenthalt in Österreich mit überprüft wird.

Zweifelsohne ist diese Änderung eine Entlastung, eine Erleichterung –  die aber nicht von den wahren Problemen, mit denen die Familien in Österreich derzeit zu kämpfen haben, abgelenkt werden soll.

Die Familien werden in vielerlei Hinsicht nicht ausreichend unterstützt.

Zum Beispiel:

  • Keine jährliche Anpassung der Familienbeihilfe und des Kindergeldes an die Inflationsrate.
  • Hohe Belastung durch Selbstbehalte bei Spitalsaufenthalte von Kindern.
  • Es gibt keine Bereitschaft, die Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld aufzuheben.
  • Keine Anrechnung von 4 vollen Jahren Kindererziehungszeiten für jedes Kind unabhängig vom Altersabstand in der Pensionsversicherung.
  • Keine nennenswerte Entlastung der Familien im Zuge der Steuerreform.

 

Frau Bundesminister Karmasin verkauft die antragslose Familienbeihilfe als große Entlastung.

Man sollte jedoch die Kirche im Dorf lassen – mit dieser Novelle erfolgt eine Entlastung der Familien im Ausmaß von 30 Minuten je geborenes Kind.

Die wirklichen materiellen, finanziellen und pensionsrechtlichen Probleme sind damit aber bei weitem nicht gelöst.

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