„Das Binnen-I zahlt keine Miete“

Gedanken zu 100 JAHRE FRAUENWAHLRECHT und Internationalem Frauentag, 8. März 2018.
Genau 100 Jahre ist es her, dass in Österreich das allgemeine Wahlrecht eingeführt wurde, mit dem auch Frauen ihre Stimme abgeben dürfen.

Im Gedenken an diesen Meilenstein in der Geschichte Österreichs und seiner Frauen denke auch ich über das Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ nach. Bis zum 8. März 1918 wurden Frauen als unterprivilegierte, unselbstständige Wesen betrachtet, denen nahezu keine Rechte zugestanden wurden. Damals gab es kaum Frauen an Universitäten oder in der Politik, Scheidung war schier undenkbar, weil Frauen sowohl finanziell als auch gesellschaftlich von ihren Männern abhängig waren, Verhütung lag nicht im Entscheidungsbereich der Frau, um nur einige Beispiele zu nennen. In den letzten 100 Jahren hat sich in Bezug auf die Rechte der Frauen viel getan.

Heute wird über das Binnen-I oder die Töchter in der Bundeshymne lautstark diskutiert. Das könnte man im Rückblick auf vergangene Zeiten durchaus als Jammern auf hohem Niveau bezeichnen.
Ich finde, dass viel mehr die tatsächlichen Ungerechtigkeiten bekämpft werden sollten, wie beispielsweise der Umstand, dass Frauen selbst in einem hoch entwickelten Land wie Österreich noch immer bei gleicher Arbeit um mehr als zehn Prozent weniger verdienen als Männer, als eine scheinbar männerdominierte Sprache.
Ein Binnen-I zahlt nämlich keiner arbeitenden Frau die Miete.

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