Eltern getrennt: Gericht will gleiche Rechte

Das Landesgericht Wien für Zivilrechtssachen bekämpft das Verbot der Doppelresidenz beim Verfassungsgerichtshof.

Die derzeitige Regelung über Rechte und Pflichten geschiedener Eltern könnte verfassungswidrig sein. Das Landesgericht für Zivilrechtssachen will erreichen, dass der Verfassungsgerichtshof sie teilweise aufhebt. Es geht um das Verbot der Doppelresidenz: Dieses verhindert eine Gleichberechtigung beider Elternteile, was die Unterbringung und den Aufenthalt ihrer Kinder betrifft.

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2013-10-25 Edith neu 002

„Das aktuelle Gesetz schadet den Kindern!“

 

 

Meine Meinung dazu:

Dringend notwendig, Doppelresidenz für Trennungskinder

Für Kinder ist auch nach der Trennung der Eltern ein regelmäßiger, stabiler Kontakt zueinander wichtig. Die beste Form des Kontakts stellt der alltägliche dar. Im Sinne der Gleichbehandlung von Müttern und Vätern, ebenso im Sinne der Vermittlung des Wertes der Gleichbehandlung an Kinder ist es dringend notwendig, dass beide Eltern auch im Trennungsfall ihre Kinder möglichst zu gleichen Teilen versorgen.

Die Vorteile für Kinder der Doppelresidenz.

  • Kinder können zu beiden Elternteilen einen intensiven Kontakt halten und verlieren weder Vater noch Mutter aus ihrem alltäglichen Leben.
  • Die Loyalitätskonflikte des Kindes verringern sich, da es sich nicht für oder gegen einen Elternteil entscheiden muss.
  • Die Verlustgefühle, die die Kinder bei einer Trennung erleben, können so reduziert werden. Vater und Mutter bleiben Teil des Alltags.
  • Das Kind erlebt nicht einen Elternteil primär für den Alltag und den Besuchselternteil nur für Freizeit und Abendteuer zuständig, sondern wird von jedem positiv beeinflusst.
  • Kinder, welche in einem Doppelresidenzmodell sozialisiert werden, sind  stabiler, ausgeglichener und mit einem größeren Selbstwertgefühl ausgestattet.

Zur Info:

Doppelresidenz / Wechselmodell – Rechtliche Situation in Österreich

In Österreich geht der Gesetzgeber davon aus, dass Kinder einen „hauptsächlichen Aufenthaltsort“ benötigen. Mit dem neuen KindNamRechts-Änderungsgesetz 2013 muss, aufbauend auf dem hauptsächlichen Aufenthaltsort, auch eine Kontaktregelung festgelegt werden (früher Besuchsregelung). Diese darf dementsprechend kein gleichteiliges Betreuungsmodell sein. Die Doppelresidenz – in den ersten Entwürfen vom Justizministerium als fixer Bestandteil des Gesetzes vorgesehen – wurde letztlich, auf Intervention der SPÖ, wieder rauskickt.

Eltern ist es zwar nicht verboten nach der Trennung oder Scheidung das Modell der Doppelresidenz zu leben, ganz nach dem Motto: „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Sie dürfen es aber nicht in ihrem Scheidungsvergleich verankern.

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