Familienbeihilfe für EU-EWR-Kinder steigt auf 273 Millionen Euro !

In meiner Eigenschaft als Nationalratsabgeordnete stelle ich jeweils Anfang des Jahres eine Anfrage an den zuständigen Finanzminister, in welcher Höhe im Vorjahr Familienbeihilfezahlungen an im EU-EWR-Ausland wohnhafte Kinder geflossen sind. Kurz vor der Veröffentlichung der Anfragebeantwortung publiziert das Familienministerium dann die einschlägigen Zahlen. Und wen wundert´s: Die Beträge steigen und steigen.

So auch dieses Jahr. Im Jahr 2015 wurden 249 Millionen Euro für 122.000 Kinder ausgezahlt. Dieser Betrag erhöhte sich 2016 um 9,6 Prozent auf 273 Millionen Euro. Rund 132.000 Kinder sind die Nutznießer der 2004 auf EU-Ebene beschlossenen Richtlinie. Für 32.849 Kinder wurde die volle Familienbeihilfe ausbezahlt, für rund 99.000 eine Differenzzahlung zur ausländischen Familienbeihilfe.

Das meiste Geld 2016 floss nach Ungarn, dort erhielten ca. 39000 Kinder rund 80 Millionen Euro österreichische Familienbeihilfe. Es folgen die Slowakei (63 Millionen Euro für 30.600 Kinder), Polen (38 Millionen Euro), Rumänien (32 Millionen), Slowenien (22 Millionen) und Tschechien (18 Millionen).

Die ungarische Familienbeihilfe beträgt aktuell pro Monat 39 Euro, Polen gewährt nur 28, die Slowakei 24 und Rumänien nur 24 Euro aus. Österreich dagegen zahlt je nach Alter zwischen 111,80 und 162 Euro an die Kinder aus. In einigen osteuropäischen Ländern erreicht man damit bei mehreren Kindern bereits das Niveau eines Monatslohns.

Die FPÖ stellte bereits im November 2015 einen parlamentarischen Antrag, die Familienbeihilfe an die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land anzupassen. Geschehen ist bis dato nichts, außer den üblichen leeren Versprechungen von Bundeskanzler Kern und „Ankündigungsminister“ Kurz.

Sind wir Teil einer Bundesregierung, werden wir alles daran setzen, dass diese Ungerechtigkeiten beendet werden und das Geld an unsere Familien im Land fließt. Die es ohnehin nicht leicht haben, bei Rekordarbeitslosigkeit, Reallohnsenkungen, steigenden Mieten, hoher Armutsgefährdung und schwieriger Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Zum Anfragetext geht es HIER

 

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