Kinderbetreuung Innerhalb oder außerhalb der Familie  muss gleich viel wert sein!

Edith Mühlberghuber - Nationalratsabgeordnete

Edith Mühlberghuber – Nationalratsabgeordnete

Die Bürgerinitiative „Wertschätzung Familienarbeit – faire Kinderbetreuungsfinanzierung für alle“ wurde von  über 5.200  Bürgerinnen  und Bürger mit ihrer Unterschrift unterstützt und im Parlament eingebracht. Diese wurde heute im Zuge der Nationalratssitzung im Sammelbericht diskutiert! Leider ist das Anliegen der Initiative (78 BI) von den Regierungsparteien, Grüne und Neos einfach nur zur Kenntnis genommen worden!

Ich denke, mein Redebeitrag im Parlament dazu ist für den einen oder die andere sicher interessant:

„Das Gelingen einer sozialen Kultur ist auf das frühe Glück der Kinder angewiesen“ – Das ist ein Zitat des bekannten deutschen Familienpädagogen Wolfgang Bergmann, dem ich mich hundertprozentig anschließen kann.

Verwendet wird es auch als Grundsatz dieser Bürgerinitiative!
Familien haben es in der heutigen Zeit schwierig, sofern sie nicht zu den wenigen Reichen zählen.
1,5 Millionen Bürger stehen an der Armutsgrenze, mehr als 400.000 Kinder sind armutsgefährdet oder laufen Gefahr, aus wirtschaftlichen Gründen sozial ausgegrenzt zu werden.
Der finanzielle Druck auf Familien wird immer größer.
Bei steigenden Wohn- und Lebenshaltungskosten, stagnierenden Gehältern und steuerlicher Höchstbelastung müssen im Gegensatz zu früher meistens beide Elternteile arbeiten, um die Versorgung der Familie zu garantieren.
Die Ideen, die von der Bürgerinitiative  konzipiert wurden, sind ein interessanter Ansatzpunkt für die zukünftige Familienpolitik in Österreich.

Deren Ziel ist eine Gleichstellung der außerfamiliären und der innerfamiliären Kinderbetreuung.
Laut aktuellen Studien wollen 80 % der Mütter ihre Kinder selbst betreuen.
Dies ist aber meistens aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen nicht möglich.
Es sollte daher seitens der Politik ein eigenes Berufsbild „Familienarbeit“ erstellt werden, unter das jene Frauen fallen, die sich bewusst dafür entscheiden, ihre Kinder überwiegend selbst zu erziehen.

Die Unterzeichner der Bürgerinitiative fordern ein Eltern-Gehalt, das den Kosten einer außerhäuslichen Betreuung entspricht, mit Pensions- und Krankenversicherung wie bei jeder anderen Erwerbstätigkeit.
Dadurch, dass die Mütter finanziell abgesichert sind, besteht eine echte Wahlfreiheit zwischen Familie und Erwerbstätigkeit.
Mich persönlich freut es, dass die Bürgerinitiative „Wertschätzung Familienarbeit“ mir die Gelegenheit bietet, auf die Wichtigkeit der Familie als Keimzelle der Gesellschaft hinzuweisen, der man nicht genug Unterstützung und Anerkennung geben kann.

Denn unsere Familien sind die letzten 10 Jahre immer die Verlierer gewesen!
Die Familienbeihilfe wurde noch immer nicht an die Inflationsrate angepasst, die Anrechnung der Kindererziehungszeiten für die Pension bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau, auch die arbeitsrechtliche Karenz wurde nicht, wie von den Freiheitlichen gefordert, auf 3 Jahre verlängert.

Und das ab März 2017 geltende Kinderbetreuungsgeld-Konto ist nicht nur kompliziert gestaltet, sondern bringt für die Familien auch eine Verkürzung der Bezugsdauer und weniger Geld.
Parallel dazu mangelt es an Kinderbetreuungseinrichtungen, die ganzjährig und ganztägig geöffnet sind. Vor allem in ländlichen Regionen leiden darunter Berufstätige und Alleinerziehende, die ohne Unterstützung durch die eigene Familie oder teure Tagesmütter aufgeschmissen sind.
Ich begrüße daher die Vorschläge der Bürgerinitiative „Wertschätzung Familienarbeit“ und könnte mir durchaus ein Elterngehalt bis zum Schuleintrittsalter vorstellen. Unsere Familien und Kinder würden sich freuen und uns dafür danken!

 

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