Lasst die Kinder in Ruhe!

„Gestört“, „hyperaktiv“: Auffällige Schüler werden schnell in Therapie geschickt.

Kinderarzt Michael Hauch wehrt sich gegen Lehrer und Eltern, die ihn zum Rezeptautomaten degradieren – weil sie ihr eigenes Versagen nicht sehen. Der Kinderarzt hat sich in der FAZ seinen Ärger einmal von der Seele geschrieben über Eltern und Pädagogen, die zunehmen gerade Jungs in Therapie schicken wollen. Lebhafte, normale Kinder, die aber keine Therapie, sondern einfach ein Mehr an Zeit und Aufmerksam brauchen. Wie gesagt, die meisten davon sind Jungen. Ihr generell größerer Bewegungsdrang, ihre nach außen gerichteten Aggressionen, anders wie bei Mädchen, langsameres Entwicklungstempo werden in den Grundschulen nicht mehr als Standard oder gar als Ressource bewertet, sondern als Nachteil. Kinder- und Jugendärzte sollen dann die Erfüllungshilfen gestresster Pädagogen und Eltern sein, sollen Diagnosen bestätigen und die tatsächlichen und vermeintlichen Entwicklungsrückstände und Störungen durch die Verordnung von Therapien ausgleichen. Doch Therapien sind kein Allheilmittel. Keine noch so gute Therapie kann die durch familiäre Vernachlässigung entstandenen Verhaltens- und Entwicklungsstörungen bei Kindern „einfach reparieren“. Keine noch so langwierige Logopädie kann etwa das Sprachdefizit ausgleichen, das entsteht, weil Mutter und Vater nur schlecht oder gar kein Deutsch sprechen. Oder weil in der Familie überhaupt nicht miteinander gesprochen wird.

Zitat: … nicht aus jedem Kind entwickelt sich ein geistig lebhafter, kreativer und wissbegieriger Mensch mit Nobelpreisträger-Potential. Aber aus fast allen Kindern, die liebevoll begleitet und gefördert werden, werden Menschen, die für sich einen guten Weg durchs Leben finden.

Sehr zu empfehlen, ein lesenswerter Artikel!

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