Schulbeginn: Über 100.000 Familien mit Kosten überfordert!

Die Schulzeit der Kinder stellt Familien vor neue Herausforderungen: Die richtige Auswahl der Schule, die Integration des Kindes in eine Klassengemeinschaft, der teils schwierige und umfassende Lernstoff, die Unterstützung der Kinder bei Prüfungsvorbereitungen und Hausaufgaben neben der Berufsausübung.

Für finanziell schwache Familien stellt sich noch ein weiteres Problem, die Aufbringung der hohen Kosten zu Schulbeginn. Jedes sechste Kind ist davon betroffen, insgesamt gelten 119.000 Kinder zwischen 6 und 14 als armutsgefährdet.

So fallen für ein Volksschulkind bei der Beschaffung der Schulartikel im günstigsten Fall 63 Euro, im teuersten Fall 102 Euro an. Noch teurer sind die Kosten in der Sekundarstufe 1 (AHS-Unterstufe, NMS). Entscheidet man sich für No-Name-Produkte, zahlt man mindestens 94 Euro, bei Markenprodukten bis zu 160 Euro.

Dazu kommen noch zahlreiche Sonderkosten wie Kopiergeld, Öffi-Tickets oder Beträge für die Klassenkassa. Für ärmere Familien besonders heikel sind die hohen Kosten für Skikurse, Projektwochen oder Auslandsreisen.

Finanzielle Unterstützung wird von den verschiedensten Stellen gewährt, von Ministerien, den Ländern oder den einzelnen Gemeinden. Wünschenswert wäre hier nicht nur eine einheitliche Koordinierung der Leistungen, sondern auch ein umfassendes Informationsangebot für die Eltern.

In der Schule soll nicht nur Wissen vermittelt werden, die Kinder sollen auch ein gewisses gesellschaftliches Selbstbewusstsein entwickeln. Dieses kann dadurch angeknackst werden, dass sich ein Kind minderwertig fühlt, weil die eigenen Eltern sich weniger leisten können als jene der Mitschüler.

Hier ist nicht nur die Politik gefordert, sondern auch die Schulen selbst: Einheitliche Schulstartpakete für finanziell schwächere Familien, organisierte Sammeleinkäufe, Gratis Nachhilfe in den Schulen, aber auch eine Eliminierung teurer „Luxus“-Projektwochen. Familien sollen nicht durch teure Sonder-Events, mit denen sich manche Schulen gerne öffentlichkeitswirksam schmücken, noch weiter in die Armutsfalle getrieben werden.

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