Starker Anstieg bei Familienrechts-Streitigkeiten

Kein gutes Zeichen für den Zusammenhalt einer Gesellschaft: Die Familienrechtsstreitigkeiten in Österreich steigen weiter stark an. Dies betrifft sowohl die Obsorge- als auch die Besuchsrechtsfälle von Kindern getrennter Eltern.

2015 wurden noch 17.788 Obsorgestreitigkeiten registriert, 2016 waren es bereits 19.609 (plus 10,2 %). Die Kontaktrechtsanträge stiegen von 10.633 auf 12.309, eine Erhöhung von mehr als 15 Prozent.

Eingeführt wurde im Jahr 2013 die sogenannte „Familiengerichtshilfe“. Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen werden dabei den Richtern zur Seite gestellt, um gütliche Einigungen anzubahnen, Entscheidungsgrundlagen zu sammeln und fachliche Stellungnahmen abzugeben.

Die erste Evaluierung des Österreichischen Instituts für Familienforschung ergibt ein wechselseitiges Ergebnis. Die Nachhaltigkeit der Streitschlichtungen hat sich zwar – durch mehr einvernehmliche und länger haltende Lösungen – verbessert, die Verfahren allerdings ziehen sich noch mehr in die Länge. Verfahren mit Familiengerichtshilfe dauern im Vergleich zu „einfachen“ Prozessen (3,3 Monate) immerhin 7 Monate. Und es gibt laut Aussagen von Familienrichtern viele aussichtslose Fälle, bei denen die Familiengerichtshilfe überhaupt keinen Effekt hat.

Mein Fazit: Die beste Alternative bei Familienstreitigkeiten ist jene, Gerichte überhaupt nicht einzuschalten, sich persönlich ein bisserl zurückzunehmen und gemeinsam als Eltern eine Lösung zu erarbeiten. Das sind die Eltern ihren Kindern schuldig.

 

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